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Os Azulejos da Casa do Alentejo, Cadernos CA, N.º 2, 1ª ed., Lisboa, Casa do Alentejo, Março de 1998, 30 pp.


Jorge Colaço im "Alverca Palast"

Der Alverca PaIast (CASA DO ALENTEJO = Haus des Alentejo) ist aufgrund seiner Beschaffenheit und Verzierung eine Stãtte, die uns in eine Welt des Trãumens führt. Zahlreiche portugiesische Künstler haben dazu einen Beitrag geleistet; hervorzuheben unter ihnen ist Jorge Colaço, der aIs "der Meister" zu seiner Zeit bekannt war. Ihm verdanken wir nicht nur die prãchtigen Kachelwãnde dieses PaIastes, sondern auch die Wiederaufnahme der Kachelkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Als Sohn eines Diplomaten wurde er in Tanger geboren. Früh entwickelte sich sein TaIent zum Zeichner und Karrikaturisten. In jungem Alter studierte er Kunst in Paris und Madrid. Seine Tãtigkeit aIs MaIer von Kacheln begann mit der Freundschaft zu dem Englãnder Gilman, der zu der Zeit Fabrikdirektor in Sacavém war, und in der sich Colaço die notwendigen Techniken zur Herstellung von Kacheln aneignete.

Von 1920 bis 1940 gehôrte "der Meister" ebenfaIIs einer anderen wichtigen Fabrik an (A Lusitana), in der er auch aIs Direktor fungieren konnte.

Die Werke von Colaço sind in der ganzen Welt verbreitet.

Neben den Kachelwãnden im Alverca PaIast môchten wir auch auf weitere nennenswerte Arbeiten dieses Künstlers hinweisen:

● im Hotel von Buçaco, in dem auf einer riesigen Kachelwand die Schlacht von Buçaco und die Eroberungen der Portugiesen in Afrika und Indien darge stellt werden.
● im SaaI der Paços Perdidos der aIten Medizinfakultãt von Lissabon.
● auf dem MonumentaI-Bahnhof von São Bento in Porto und auf den Bahnhôfen in Beja, Évora, Castelo de Vide, Marvão und viele mehr.

Im Ausland:

● England, im Windsor-Palast
● in der Schweiz, im alten Palast der Vereinten Nationen in Genf
● in der Vereinigten Staaten, in Spanien, in Belgien, in Argentinien, in Brasilien, auf Kuba und in Uruguay können wir weitere Werke von Colaço antreffen.

Im Alverca Palast sind drei Kachelwande von Colaço ausgestellt:

● der St. Eulália Markt (im Restaurant) - Foto 1
● "Lusíadas" (im Olivença Saal) - Foto 2
● Jagdszenen, em Stierkampf (im Saal der Mitglieder). - Foto 3

Datiert auf 1918-1919, in der sich Colaço möglicherweise in der Fabrik vou Sacavém aufhielt.

Diese Kachelwande spiegeln besonders gut den Charakter der Kachelkunst der ersten milite des 20.Jahrhunderts wider.

Zu dieser Zeit gab es zwei entgegengesetzte Strömungen, einerseits die modernen Werke, ausgedrückt in der Neuen Kunst (Arte Nova) und der Deco Kunst (Arte Deco), andererseits die Kacheln betreffende Tradition mit einem nostalgischen und romantischen Charakter. Inspiriert durch die grossartige Geschichte Portugals oder einfach durch die Erlebnisse des alltäglichen Lebens. Sein Stil wurde erheblich durch deu Kampf gegen die Industrialisierung beeintlusst.

Die Verehrung des Lebens auf dem Lande, die Vorstellungskraft der mittelalterlichen Welt und die Anregungen der historischen Vergangenheit waren die eingesetzten Mittel der Künstler, die dieser Strömung angehörten. Zufall oder nicht, finden wir in diesem Palast für jedes Mittel ein passendes Beispiel:

● der St. Eulália Markt (Landleben)
● "Lusíadas" (die historische Vergangenheit)
● die Jagdszenen, ein Stierkampf (die Vorstellungskraft des Mittelalters)

Die vom "Meister" bei der Herstellung der Kacheln eingesetzte Technik ist das Ergebnis lanjähriger Erfahrung. Mit Hilfe von Gilman (Fabrikdirektor von Sacavém) erlangte Colaço die Kenntnisse einer sehr schwierigen Technik. An seine Begabung ais hervorragender Zeichner, Maler und Aquarellmaler glaubend, nutzte er diese zu der Herstellung seiner Werke.

Die Technik, die er wählte, war die Malerei auf gebranntem Glas, die mit zwei verschiedenen Tinten gemacht werden konnte:

● die stark erhitzbaren Farben (ca. 1000 Grad)
● die leicht erhitzbaren Farben (ca. 600-700 Grad)

Die als erste genannten verfügen über eine eingeschränkte Palette an Farbtönen (benutzte Technik hei der Kachelwand "Lusíadas"), die als zweite genannten über eine Vielfalt an Farben (benutzte Technik bei den zwei anderen).

Jorge Calaço beschäftigte sich nur mit der Zeichnung von Figuren, die Verzierung (Rahmen und Flächen) wurde von seinen Mitarbeitern gemalt. Seine Projekte begannen mit Aquarellen, die danach in Quadratform auf die Kacheln übertragen wurden. Um den richtigen Farbton zu treffen, malte er mit aufeinanderfolgenden Schichten von Farben, die zuvor mit Lack und Terpentin gemischt wurden.

Diese Technik war sicherlich eine Aktualisierung und Suche nach einer Lösung für die portugiesische Kachelkunst.

Im Alverca Palast finden wir einen bedeutenden Namen der portugiesischen Kachelkunst. Er bleibt in der portugiesischen Kunstgeschichte ein Mann, der diese lusitanische Kachelkunst geprägt hat.

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